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„Viele glauben, dass die Verkaufschancen durch mehrere Makler steigen“

Bestellerprinzip, miserables Image, Regulierungswahn und vieles mehr stellen die Immobilien-Mittelständler vor immense Herausforderungen. Was hat das für Folgen für die Makler und wie finden sie sich in diesem Umfeld zurecht? Nachgefragt bei Nicolai Friedrichsen, BVFI-geprüfter Immobilienbewerter für Wohnimmobilien des Rhein-Main Immobiliencenter RMI.
 
Herr Friedrichsen, ist die Digitalisierung eher Chance oder Gefahr für die mittelständische Immobilienwirtschaft?

Ein bisschen beides, denke ich. Eine Gefahr, wenn man sich ihr verwehrt oder sie unterschätzt. Wer seine über Jahre und Jahrzehnte eingefahrene Arbeitsweise nicht regelmäßig überprüft, wird irgendwann von der Entwicklung überholt. Das kann dazu führen, dass man abgeschafft wird. Anderen Berufen ist das im Zuge der Industrialisierung so ergangen. Nun glaube ich nicht, dass einer der ältesten Berufe überhaupt, früher nannte man uns Mäkler, so einfach abgeschafft wird. Aber die Digitalisierung demokratisiert den Markt ein Stück weit. Es mag uns Maklern nicht gefallen, dass neue Plattformen wie Pilze aus dem Boden sprießen, um uns das Geschäft streitig zu machen. Doch gleichzeitig haben wir selbst die Möglichkeit, vom bunten Angebot der Startup-Szene zu profitieren. Es gibt tolle Applikationen, die uns zum Beispiel bei der Immobilienpräsentation unterstützen. So können wir Kaufinteressenten begeistern und für Verkäufer aus der Masse der Makler herausstechen. Davon profitiert wieder unser Immobilieneinkauf.
 

Wie lässt sich der schlechte Ruf der Immobilienmakler verbessern?

Dazu müssen wir uns erst einmal die Frage stellen: Woher kommt der schlechte Ruf? Einerseits durch die vielen schwarzen Schafe unserer Branche, da sind wir uns sicher einig. Dieses negative Image verbreitet sich wie ein Lauffeuer durch die Medien und Mund-zu-Mund-Propaganda. Entscheidend für ein besseres Bild vom Maklerberuf ist daher die Kommunikation. Wir Makler sind gefordert, über unsere Arbeit zu sprechen. Wir müssen Kunden zeigen, was wir leisten, das wir mehr tun, als Wohnungstüren aufzuschließen und dafür viel Geld einstecken. Wir müssen mehr Transparenz ermöglichen und Vertrauen schaffen. Hier könnten aus meiner Sicht die Branchenvertretung mehr tun. Natürlich reicht es nicht, nur über unsere tolle Arbeit zu reden. Unsere Leistung muss auch stimmen. Aber wenn professionelle Makler den Nutzen der Kunden in den Vordergrund stellen, ist das schon die halbe Miete.

Wie stark belasten Sie die ständig neuen Gesetze und Regulierungen?

Die Regulierungswut des Staates und teils der Europäischen Union sehe ich eher für den Verbraucher kritisch. Zum Beispiel beneide ich weder Vermieter noch Mieter. Den einen wurden mit dem Bestellerprinzip zusätzliche Kosten aufgebürdet, die anderen fragen mich regelmäßig, wo denn nun die Bremswirkung der Mietpreisbremse bleibt. Klar wäre meine Arbeit leichter, wenn ich im Alltag weniger Formulare ausfüllen und Gesetze beachten müsste. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Ärzte, Apotheker, Finanzdienstleister und viele andere Berufe müssen ebenfalls mit ständig neuen Gesetzen und Regulierungen klarkommen.

Was sind die größten Fehler, die Hauskäufer machen?

Eine gute und wichtige Frage. Die fünf häufigsten Fehler beschreibe ich in meinem Blog. Meiner Erfahrung nach unterschätzen viele Verkäufer den Aufwand. Ein zu hoher Verkaufspreis ist meistens das große Verkaufshindernis. Bei der Präsentation gibt man sich oft zu wenig Mühe und macht sich keine Gedanken über die mögliche Zielgruppe ihrer Immobilie. Noch immer beliebt ist die Idee von Eigentümern, mehrere Makler mit der Vermittlung zu beauftragen. Viele sind der Meinung, dass dadurch die Verkaufschancen steigen.

Welche Immobilien sind derzeit besonders interessant?

Ich lebe und arbeite im Rhein-Main Gebiet. In dieser Metropolregion sind Wohnimmobilien zur Zeit der Renner. Käufer suchen entweder ein passendes Zuhause für sich selbst, oder sie möchten Kapital anlegen, um es vor Währungsunsicherheiten in Sicherheit zu bringen. (mh)

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